Jetzt, da ich mich schon ein wenig eingefunden habe, bekomme ich allerhand Dinge aus dem chilenischen Alltag mit.
Die chilenische Denkensart ist quasi der Gegenentwurf zum "American Dream". Gerade die ärmere Bevölkung, glaubt nicht an die Möglichkeit des sozialen Aufstiegs. Mit "arm" meine ich übrigens arm,
Chile ist ein Dritte-Welt-Land.
Außerdem hat die Kirche grossen Einfluss. Der wird im Alltag zwar nicht deutlich, die Glocken läuten zum Beispiel nicht unentwegt, aber in der Politik.
So ist Abtreibung immernoch illegal. Unter keinen Umständen (Vergewaltigung, möglicher Tod der Mutter) dürfen Frauen hier abtreiben. Natürlich wird es trotzdem gemacht, illegal. Dabei sterben rund
10% der Frauen. Schwangere minderjährige Mädchen fliegen aus der Schule.
Die Kirche hat also ganze Arbeit geleistet.
Außerdem gab es bis vor kurzem kein Scheidungsgesetz. Erst 2004 wurde das Gesetz verabschiedet. Doch auch jetzt ist Scheidung nur im beiderseitigen Einverständnis möglich.
Es gibt also allerhand Sachen, die etwas befremdend oder schockierend sind. Aber Chile hat, wie ich schon geschrieben habe, auch wunderschöne Seiten.