Mittwoch, 2. juli 2008
"Hola chico," mit diesen Worten begrüßte mich meine Gastmutter Paulina um sechs Uhr morgens in ihrer Wohnung - nach einer Reise, auf der fast alles schiefgegangen war.
Gleich zu Beginn erklärte mir Frau Mehdorn, dass mein Bahnticket ungültig sei, weil ich meine Geburtsurkunde, mein polizeiliches Führungszeugnis und meinen Videotheksausweis nicht mitführe. " Um Mißbrauch vorzubeugen", so erklärte mir die uniformierte Bahnangestellte seien diese Dokumente jedoch zwingend erforderlich,
minus € 100.
Weil sich der Flug von Madrid nach Santiago zweimal nach hinten verschob, musste ich die Nacht der deutschen Niederlage in Feindesland verbringen, ich hasse Spanien. Der Flug nach Santiago war dann nur halb belegt, dafür funktionierte die Klimaanlage nur zeitweise und der Lärm der von den Motoren ins Innere drang, ließ mich kein Auge zumachen. Wenigstens hielt der Name der Fluglinie nicht was er verspricht - AirComet.

Nach zwei Stunden Schlaf, einer warmen Dusche und frischen Klamotten, saß ich dann auch schon im Spanischkurs, zusammen mit 6 anderen Deutschen, 4 Finnen und 4 Franzosen. Gleich in der ersten Stunde lernten wir essentiele Vokabeln, um uns im chilenischen Alltag zurecht zu finden. el terremoto, das Erdbeben und la violencia  interfamilaria, häusliche Gewalt.

Ausgerüstet mit diesem formidablen Wortschatz gingen wir dann essen. Chile ist billig, aber nicht sehr billig. Die Pizza kostet drei, das Getränk dazu einen Euro und Benzin achtzig Cent. Komischerweise kann man an einigen Tankstellen auch Kerosin kaufen, das ist dann noch billiger als Diesel.

Gestärkt von diesem Mahl habe ich es dann geschafft mir ein Prepaidhandy und ein paar Schnellhefter zu besorgen. Vollkommen geschafft, aber voller Stolz auf meine linguistischen Leistungen ging ich dann nach haus nur um postwendend von meiner Gastmutter zu einem Klavierkonzert in einem Kulturzentrum eingeladen zu werden, großes Tennis. Dort wurde ich dann direkt für den Freund meiner 300 Jahre älteren Gastmutter gehalten. Es war alles in allem eine witzige Angelegenheit. Ich verstand zwar nur 30% von allem was mir gesagt wurde, aber es muss wohl witzig gewesen sein, jedenfalls habe ich brav gelächelt.

Die Deutschen hatten/haben einen deutlichen Einfluss auf Chile, dass erkennt man vor allem an Namen wie " Autohaus Aribert Heim" oder  Cervezaria Gildemeister.

Bis jetzt, haha, gefällt es mir hier ganz gut. Mal gucken wie es weitergeht. Muss jetzt Hausaufgaben machen.




Michi





















von Michi
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